Unsere Fahrt ins Museum nach Rimini zum 15. Jahrestag

Fast 15 Jahre sind seit der Flugzeugkatastrophe vergangen als wir uns am 27.8.2003 nach Rimini zur Gedenkstätte im Museum aufmachten.  Die Jahre davor fuhren wir mit dem Auto, dem Bus und dem Zug und waren immer eine sehr lange Zeit ( ca. 12Std ) unterwegs. Seid diesem Jahr besteht eine direkte Flugverbindung mit Raynair vom Flughafen Hahn nach Forli. Forli liegt ca.60 km nördlich von Rimini und hat eine sehr gute Anbindung nach Rimini. Raynair hat sogar einen Schuttelbus der direkt von Forli nach Rimini fährt. Morgens um 8 Uhr fuhr ich mit Michael nach Hahn zum Flugplatz um mich mit Joachim und Sybille zu treffen. Nach ca. 1Std Fahrzeit erreichten wir den Flughafen stellten unseren Wagen ab und gingen zum Terminal um unsere Bordkarte abzuholen. Dort erschienen kurz darauf auch die beiden anderen. Um 11:15 Uhr ging unser Flug und wir waren froh, dass es auf dem Weg zum Flugzeug nicht allzu sehr nach Kerosin gerochen hat. Die Anspannung bei Joachim und mir war diesbezüglich sehr groß.

Nach 1Std 15min erreichten wir Forli. Dort wurden wir auch schon von unserem Freund Giancarlo, dem Bruder des Solopiloten, erwartet. Nach einer herzlichen Begrüßung fuhren wir zum Hotel das Herr Casolari der Leiter des Museums für uns gebucht hatte. .

Nachdem die Koffer ausgeräumt waren und wir uns ein wenig von der doch starken Anspannung des Fluges erholt hatten trafen wir uns wieder mit Giancarlo um zu hören was es Neues gibt und wie es ihm geht. Nach ca. 2Std intensiver Gespräche gingen wir etwas essen und nach einem kleinen Spaziergang traten wir unsere Nachtruhe an, denn der nächste Tag würde wieder sehr anstrengend werden

Am Morgen des 28.8.03 trafen wir uns schon früh morgens um 9 Uhr und fuhren das ca.12km vom Stadtkern entfernte Museum, um an der Gedenkfeier teilzunehmen. Am Eingang des Museums erwartete uns schon Herr Casolari um uns zu begrüßen. Da wir etwas früher da waren konnten wir noch zur Gedenkstätte gehen ohne, dass schon zu viele Menschen da waren, was uns auch sehr entgegen kam. Je näher Joachim und ich den Trümmern kamen desto größer wurde die Anspannung und die Erinnerung an all die Dinge die auf den Tag genau 15 Jahre vorher passiert waren war wieder da. Aber gemeinsam konnten wir diesen Weg - der uns von Anfang an schon nicht leicht gefallen war - gehen und bewältigen, denn einer ist immer für den anderen da. Um 10.30 Uhr begann die Gedenkfeier an der viele Menschen, unter anderem auch eine Reisegruppe aus Rom, teilnahmen. Die Fahnen von Deutschland und Italien wurden hochgezogen und die Hymnen beider Länder gespielt. Anschließend wurde die Gedenkstätte gesegnet und einige hatten eine Rede vorbereitet die wie bei Herr Casolari mit viel " Herzblut" vorgetragen wurde. Auch Sybille hatte eine Rede vorbereitet in deren Verlauf Giancarlo, Joachim und ich jeweils eine Kerze vor die Trümmer der Maschinen zum Gedenken an die verstorbenen Piloten aufstellten.

Nach ca. 2Std war die Gedenkfeier zu Ende und ich musste mich erst mal wieder ein wenig beruhigen, was durch einen Spaziergang durchs Museum auch gelang. Danach saßen wir alle zusammen und redeten über viele Dinge die uns bewegten und Antje hatte wieder viel zu Übersetzen (an dieser Stelle noch mal vielen Dank für alles Antje) Am späten Nachmittag ging es wieder zum Hotel zurück und anschließend sprangen Michael und ich noch mal ins herrliche 28 Grad warme Wasser. Abends gingen wir alle gemütlich essen und noch ein wenig spazieren. Am Morgen des 29.8 machten wir, Michael und ich, uns wieder zum Flughafen nach Forli auf. Diesen erreichten wir mit dem Zug und dem Taxi (Kosten ca. 5 Euro)nach einer Stunde. Pünktlich um kurz nach eins flogen wir mit einen etwas ruckeligen Flug wieder zurück nach Hahn.

Fazit: Auch wenn vieles auf dieser Reise Überwindung gekostet hat, sind wir froh es so getan zu haben. Die Ängste werden uns, vielleicht sogar unser ganzes Leben lang begleiten, aber sie werden erträglicher mit Menschen zu denen man vertrauen hat und die einem das Gefühl geben Verstanden zu werden.

Danken möchte ich auch noch mal Michael der mich auf dieser Reise begleitet und sehr viel Verständnis aufgebracht hat.

Zusatz von Joachim Lenhard                                                                    Eigentlich hat Norbert das wichtigste schon beschrieben, für mich war es dieses mal das vierte Treffen im Museum in Rimini. Leider kann ich auch heute nicht sagen was mich immer wieder dahin zieht wo die restlichen Teile der Frecce Tricolori liegen. Es war für mich sehr wichtig diese Trümmerteile zu sehen und auch anzufassen, eine Gänsehaut überkam mich vom Kopf bis zu den Füßen, aber der Drang und die lange Fahrt da hin, waren das für mich wert. Schließlich haben diese Wrackteile viele Menschenleben gekostet und auch andere Schicksalsschläge verursacht - in all den fünfzehn Jahren.

Bei der ersten Begegnung wäre ich eigentlich gerne - als ich die Teile gesehen habe - davon gelaufen, sofort waren alle Bilder die sich damals vor meinen Augen ereignet haben wieder gegenwärtig, als wäre es gerade erst passiert.

Wir, Norbert und ich haben uns lange überlegt, ob es im nächsten Jahr wieder nach Rimini ins Museum Aviazione geht. Da unser Besuch doch auch emotional zu spüren war, war es für uns auch nicht einfach nur gerade mal so einen Besuch zu machen.

Der Weg dahin und die Wrackteile zu sehen, löst doch immer wieder Erinnerungen an Bilder, Gerüche, sowie Kerosin Geruch und die Schreie der Anwesenden von damals aus.

Da dies bei uns doch noch lange danach einen tiefen Eindruck hinterließ, war dieser Weg für uns immer beschwerlich und da wird so mancher Außenstehende die Frage stellen „warum gehen die eigentlich dahin „ oder warum tut man sich das an.

Ich denke wir haben durch unsere Besuche im Museum Rimini, unseren eigenen Weg gefunden mit dieser Geschichte besser umzugehen und auch darüber mit Herrn Casolari und dem Bruder des Solopiloten zu sprechen.

Zu Anfang am 28.08.2000 als wir das ersten mal dort waren, war dies für uns kaum möglich. Durch unsere ausführlichen Gespräche die wir mit dem Museumsdirektor Herrn Casolari und Giancarlo Nutarelli geführt haben, ist der Weg zu den Wrackteilen für uns einfacher geworden.     

                                 Danke Herr Casolari

                                 Danke Giancarlo Nutarelli

 

Norbert Mangold und H.J. Lenhard

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